Gelenkmodifikation Halling GT4-Modelle
Bessere Beweglichkeit für die Kurzgelenkwagen
Das Originalfahrzeug besteht aus zwei Wagenhälften, die gegenseitig beweglich taumeln können. Dadurch werden die weitgehend taumelfreien Drehgestelle der beiden Wagenkästen mechanisch in deren Eigenbewegung entkoppelt. Der Fahrgast bemerkt das sehr eindrücklich durch das regelmäßige und unabhängige Schwanken der Wagenhälften in Abhängigkeit der Gleislage.
Das LH-Modell ist in diesem Punkt nicht optimal. Die beiden Wagenhälften sind zwar drehfähig, aber kaum taumelfähig und können gerade diese Eigenbewegung nicht umsetzen. Beide Drehgestelle sind taumelfrei mit den Wagenböden verbunden, was dem Vorbild weitgehend entspricht. Unebenheiten im Gleisverlauf lassen sich allerdings kaum ausgleichen. Als Ergebnis neigt das Modell bei kritischer Gleisverlegung gerne zum Auflaufen der ersten Achse und entgleist.
Folgende einfache mechanische Schwächungen im Gelenkbereich ermöglichen mehr Beweglichkeit der beiden Wagenhälften:
- Beide Wagenböden werden an den senkrechten Seitenteilen am Gelenkende um etwa die Hälfte der Materialdicke abgeschliffen.
- Das Mittenloch für den Gelenkstift wird mit einer Rundfeile geringfügig geweitet (ca. 0,1 mm), um eine Wankbewegung zu ermöglichen.
- Beim Gelenkportal wird der Steckstift seitlich etwas konisch gefeilt, damit die Taumelbewegung überhaupt Platz hat. Den Stab aber nicht insgesamt kürzen. Die Gesamtlänge im Bereich der Lochmitte darf sich nicht verändern.
Das folgende Video verdeutlicht die durch den Umbau erreichten Taumeleigenschaften.
Nachfolgend noch zwei kurze Videos eines vorbildgerechten Stuttgarter Zug aus zwei GT4-Modellen mit 5%-Steigungsabschnitt, Kurve und Weiche. Beide Fahrwerke sind in der Ausführung LH-Glockenankermotor mit Kardanantrieb.
Radblenden von Harmsen für H0-Modelle im Betriebseinsatz
Eine Anmerkung zu den optisch hervorragenden Radblenden für die GT4-Modelle in der Normalspurweite H0 aus Sicht des Betriebsbahners:
Die einfach aufzusteckende Blenden schließen in der Höhe weitgehend mit der Unterkante des Wagenkastens ab. Je nach mechanischer Toleranz reicht das Höhenspiel nicht aus, um beim Kurveneinlauf seitlich unter dem Wagenkasten noch sauber auszuschwenken. Die Blende bleibt beim Ausdrehen am Wagenkasten hängen und blockiert die weitere Drehung des Drehgestells.
Bei meinen Modellen betrifft es etwa 1/3 des Wagenparks und wirkt sich ab einem Gleisradius unter 23cm aus.
Vorbildgerechte H0m-Blenden - die Neunkirchner Normalspurvariante außer Acht gelassen - dürfte das nicht betreffen.