Umbau IG-MET-Modell 8NGTW
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Betriebsfahrwerk für den Kasseler Niederflurwagen |
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Die Dresdner IG Modell-Eisenbahn-Technik e.V. hat für Bombardier ein sehr schönes Modell des aktuellen Kasseler Niederflurwagens entwickelt. Für den Betriebsbahner ist es nur schade, dass es sich nicht um ein Fahrmodell handelt.
Es entstand ein vollkommen neues passendes "Betriebsfahrwerk", wobei Rocoteile für den Antrieb und Polystyrol-Profile für alle Massteile verwendet wurden. Spezialwerkzeuge sind nicht erforderlich (nur Feile, Bastelmesser, Bohrer) und das Geschick beschränkt sich auf die Zusammensetzung von Kunststoffteilen, wobei diese im Gegensatz zu käuflichen Hausmodellen allerdings selber zusammengeschnitten werden müssen.
Als Antriebsblock kam ein vorhandenes hinten bereits abgesägtes Frontfahrwerk der Roco-Strassenbahn in Frage. Für dieses Modell passend wurde dieser Block durch beidseitig angeschraubte Passteile aus Polystyrol ergänzt. Die beiden hinteren Wagenbodenteile bestehen prinzipiell aus jeweils einer passend zugeschnittenen Polystyrolplatte mit Innenbreite von 25 mm und Einpasslänge zwischen den Gelenkportalen (bzw. hinteres Kastenende).
Die Fahrwerksoberhöhe wurde bewusst so gewählt, dass die in den Wagenkästen noch einzubringenden Auflagen (2 mm-L-Profil) bündig mit der Unterseite der Fensterflächen eingeklebt werden konnten. Diese lassen sich mit dem üblichen Modellbahn-Bastelkleben problemlos befestigen. Gegenüber dem Originalboden entspricht die Höhe ziemlich genau der Radkastenabdeckung (bezogen auf Oberkante).
Die Gelenkdeichseln als angeklebte Plattenteile sind miteinander lose verschraubt. Durch das Verwenden von Hutmuttern in M3 verhindere ich erfolgreich ein Aufdrehen der Muttern während des Betriebs, diese können fest aufgeschraubt, aber auch jederzeit wieder problemlos gelöst werden (besser als Stoppmuttern).
Die Gelenkdeichseln sind gegenüber dem Originalmodell um jeweils 1,5 mm verlängert. Als fahrbarer Minimalradius wurde dadurch 23 cm realisiert. Bedingt durch die Bauart des vierachsigen Mittelwagens mag das Modell - wie auch das Vorbild - S-Kurven ohne Zwischengerade nicht. Die Gesamtlänge des Wagens erhöht sich damit um 3 mm, was allerdings optisch nicht negativ auffällt.
Auf die weitere Ausgestaltung des Innenraumes im vorderen Wagenteil musste ich leider verzichten, da wegen des geringen Fahrzeuggewichtes noch Bleibeschwerung für den Antrieb unterzubringen ist (für Fahrt in der Ebene mindestens 60 Gramm, bei Steigungsstrecken entsprechend mehr). In den hinteren Wagenteilen musste ebenfalls im Bereich der Auflagewinkel für die Wagenkästen die Inneneinrichtung aus Platzgründen geringfügig reduziert werden (im Mittelwagen die fensterseitigen Endsitze und im Endwagen sind die beiden gelenkseitigen Sitzreihen leicht zur Wagenmitte versetzt). Das gesamte Fahrwerk (alle Polystyrolteile und auch der Gussmetallblock des Antriebs) ist einheitlich unauffällig grau, die angedeuteten Sitze sind blau lackiert.
Nach Fertigstellung gibt es nun ein betriebsfähiges Modell des 8NGTW mit angedeuteter Innenausgestaltung, frontseitigem Drehgestellantrieb mit Faulhabermotor, Stromaufnahme von Oberleitung und den Laufdrehgestellen 2 und 4.
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Motorisierung mit einem LH-Fahrwerk |
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Eine weitere Möglichkeit zur Motorisierung ergibt sich aus der Verwendung eines Fahrwerks für den dreiteiligen Bombardier-Triebwagen des Typs "S" für Frankfurt(M) von LH in Wien.
In den Kernmaßen ist dieses unmittelbar zu verwenden. Lediglich die Enden des Fahrwerkbodens müssen auf beiden Seiten um einige Millimeter plan gekürzt werden.
Etwas aufwändiger sind die mechanischen Umbauten an den drei Wagenkästen des IG-MET-Modells. Einerseits müssen alle gelenkseitigen Anpassungen für den originalen Wellenbalg entfernt werden, damit die Außenhaut möglichst dünn am Gelenk ausläuft. Andererseits sind an beiden Endwagenkästen im Gelenkbereich je eine Freiraumtasche für den LH-typischen Faltenbalg zu fräsen bzw. feilen. Diese Öffnung muß die maximale Wagenbreite umfassen, ansonsten kann sich der strukturierte aber feste runde Balg nicht störungsfrei in der Kurve bewegen. Das Mittelteil ist nur Bruchteile eines Millimeters länger als das S-Wagenmodell und paßt ohne die Gelenkbalgverdickungen unmittelbar auf das LH-Fahrwerk.
Was jetzt noch fehlt, ist eine geeignete Befestigung der Wagenkästen auf dem Fahrwerk. In Analogie zu LH wurde mit kleinen Polystyrolröhrchen eine Schraubbefestigung durch die vorgesehenen Löcher im Wagenboden realisiert. Die Röhrchen sind dabei unter dem Wagendach auf entsprechende Polystyrolplatten verklebt (mit anlösendem Polystyrolkleber ist diese Verbindung sehr stabil) und die Platten danach großflächig mit Kraftkleber unter das Dach der Wagenkästen verklebt. Ein unmittelbares Ankleben auf das Unterdach scheitert hier durch das unterschiedliche Material und der geringen Klebefläche.
Als Resultat ergibt dieser Umbau ein Modell in der mechanischen Erscheinungsweise eines LH-Modells mit den entsprechend guten Fahreigenschaften. Nach entsprechenden Modifikationen im Gelenkbereich (Einkürzen der grauen Balgimitationen im unteren Fahrwerksbodenbereich um ca. 1,5mm und Verschmälerung der inneren Fahrwerksabdeckung im Anschlagsbereich des Balges) durchfährt das Modell jetzt anstandslos 21cm-Radien. Der Doppelantrieb auf den beiden äußeren Drehgestellen sorgt ferner für eine gute Durchzugskraft und guter Steigungsfähigkeit.
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