Umbau Hödl-Modelle 6MGT
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Motorumbau |
Die älteren Multigelenk-Modelle der Germeringer Firma Hödl besitzen einen Kardanantrieb auf das mittlere Fahrwerk. Der zugehörige Kleinmotor aus der "Standardindustrieserie" zeichnet sich nicht gerade durch vorzügliche Gleichlauf- und Langsamfahreigenschaften aus. Auch bei diesen Modellen habe ich auf einen Faulhabermotor zurückgegriffen - diesmal ein 1319, mit Roco-Kardanschale bestückt. Die Hödl-Kardanstange passt ebenfalls. Der Motor ist etwas schräg auf den Wagenboden geklebt, die Kardanstange zwängt trotzdem bei Kurvenfahrt nicht. Als Befestigung sind an den beiden Anschlußklemmen zwei Drahtstücke angelötet, die in der mechanisch eingepassten Doppellüsterklemme verschraubt sind. Die Vorderseite des Motors ist durch einen kleinen Tropfen Kleber fixiert.
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Motorisierung mit einem Combino-Fahrwerk |
Zur nachträglichen Motorisierung eines MGT6-Modells gibt es mangels erhältlichem Originalfahrwerk eine vom Ergebnis her bessere Alternative. In den mechanischen Grundmaßen - außer Front und Heck - stimmen die MGT6- und Combinomodelle überein. Was liegt näher, als ein Combinofahrwerk dafür zu nutzen, zumal sich mittlerweile die Fahreigenschaften der Hödl-Antriebe stark verbessert haben.
Der Motor steht im dritten Gelenkbalg und treibt das mittlere Fahrwerk über Schnecke und eine Zahnradreihe direkt an. Seit 2003 werden serienmäßig alle Radsätze zur Stromabnahme herangezogen und die Wagen sind für Oberleitungsbetrieb vorbereitet. Hierfür steckt im letzten Gelenkbalg eine kleine Platine aufrecht in einer Stecknut, auf der neben einem Steckplatz für einen Digitaldekoder durch entsprechendes Setzen von Brückensteckern alle denkbaren Stromabnahmevarianten kodierbar sind.
Der MGT6 besitzt eine andere kantigere Frontform als der Combino, weshalb die Endfahrwerksböden auch eine andere Bauform besitzen. Diese beiden Endmodule werden gegen diejenigen des Standmodells getauscht. Das ist nicht schwierig, die Befestigungen und Gelenke sind baugleich. Und die Achsen werden bei beiden nur von unten eingeklipst. Die Federbleche zur Stromabnahme sind ebenfalls nur eingepresst und lassen sich nach dem vorsichtigen Abhebeln durch das jeweilige Loch nach oben abziehen. Ein Ablöten der Kabel ist unnötig.
Die veränderte Inneneinrichtung kann belassen werden. Der etwas abweichende Sitzteiler wirkt beim fertigen Wagen nicht störend, zumal sich die Türaussparungen an der richtigen Stelle befinden.
In der Praxis überrascht dieses Fahrwerk durch seine ausgewogene Fahrweise. Dank einer mit Haftreifen versehenen Antriebsachse sind auch die Steigungsfähigkeiten vorhanden. 5% Steigung stellen kein Problem dar. Bauartbedingt gibt es keine Verschlechterung des Fahrverhaltens selbst in engen Kurven.
Einzig der Wehrmutstropfen des geringen Wagengewichts bleibt. Eine saubere Weichenüberfahrt wird damit zum Glücksspiel. Das gilt auch für die Art der verwendeten Radsätze. Diese entsprechen weiterhin dem Roco-Line-System und besitzen somit einen schmalen Radreifen. Bei Fleischmannweichen fällt das Rad damit in die Ausfräsung der Weichenzunge und bei der Roco-DKW ist die Spurführung ebenfalls nicht immer gewährleistet. Aber dafür gibt es eine Lösung durch Fa. Hödl selber in Form von Alternativradsätzen.
Abhilfe schaffen beim Gewicht zusätzliche Bleiplatten, die ich jeweils über den Fahrwerken am Dach mit einer Blechschraube befestigt habe (das hält länger als Klebeband). Im letzteren Fall half zum Zeitpunkt der Inbetriebsnahme nur der Radtausch mit Roco-Achsen, die sich dank gleichem Achsdurchmesser ebenfalls einklipsen lassen. Es sollte dann nur das um 1 mm verkürzte Führungsröllchen mittig auf der Achse verbleiben, da die Achsen ansonsten zu viel Seitenspiel haben. Die Antriebsräder wurden durch Roco-Räder mit Haftreifen getauscht, wobei der Achsdurchmesser dies unmittelbar ermöglichte. Auch dieses dürfte dank neuer Hödl-Radsätze zukünftig nicht mehr erforderlich sein.
Mit dem Combinofahrwerk ist das Modell für einen Stadtbahnwagen recht flott auf dem Gleis unterwegs, weshalb ich mich entschloss, dem ungestümen Drängen der Räder etwas Einhalt zu gebieten. Am einfachsten war dies durch Auflöten eines Serienwiderstandes am Oberleitungsanschluß der Platine möglich. Wie die Platine selber verschwindet auch der Widerstand komplett im letzten Faltenbalg. Mit einem 10 Ohm-Widerstand reduziert sich die Höchstgeschwindigkeit auf ein im Vergleich mit anderen Modellen akzeptables Maß und die Fahrweise läßt sich dank dem jetzt größeren Regelbereich realistischer regeln. |