Umbau Lima-Modelle
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Fahrwerkumbau für bessere Fahreigenschaften |
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Etwas komplizierter gestaltet sich ein den Roco-Modellen gleichwertiger Umbau für die Lima-Triebwagen. Mein Ziel war es, ähnliche Ergebnisse zu erhalten, ohne auf zu spezielle Teile weiterer Fremdanbieter zurückgreifen zu müssen.
Der von Lima verwendete Kunststoff des Drehgestells ist zu weich, er biegt sich zu leicht. Damit ist eine gesicherte Zahnradführung des Antriebs nicht zu gewährleisten. So fiel schnell die Entscheidung, ein Roco-Antriebsgestell zu verwenden und bei dieser Gelegenheit auch die Aufhängung wegen baubedingt großem Längsspiel ebenso zu ersetzen. Die Kardanstange von Lima kann auch bei Roco-Teilen weiterverwendet werden.
In die Bodenwanne paßte direkt ein 1624T012-Faulhabermotor, versehen mit einer Roco-Kardanschale. Er mußte aber ein 0,3mm starkes Ausgleichplättchen zum Höhenausgleich erhalten. Motor und Plättchen sind mit Sekundenkleber eingeklebt.
Das Roco-Antriebsgestell sollte den passenden Halter erhalten. Hierfür bietet das Lima-Fahrwerk keine Aufnahmemöglichkeit. Folglich musste ich eine Aufnahmeplatte herstellen. Die Dicke beträgt 2,0 mm (bestimmt durch den Rocohalter), Breite und Länge sind dem verfügbaren Limarahmen angepaßt. Zuerst wird das korrekte Mittelloch passend für den Roco-Gestellhalter gebohrt und aufgerieben. Auf der Vorderseite ist die Platte dann aufzusägen, damit das Schneckengehäuse des Drehgestells Platz findet. Im Bereich der Kardanwelle gibt es noch eine Einkerbung auf nur noch 0,8 mm Materialdicke, sonst dreht sich die Kardanschale des Motors nicht frei. Die Materialbearbeitung sollte auch in dieser Reihenfolge erfolgen. Auf einer Fräsbank muss nun der passende Ausschnitt mit 2 mm Tiefe aus dem Fahrwerkskörper erstellt werden (zylindrischer Fräser mit geringem Durchmesser). Im Drehbereich des Halters sind zwei weitere Hinterfräsungen erforderlich, damit dieser hinterher nicht aneckt. Einen entsprechenden Feilausschnitt gibt es auch auf der direkt aufliegenden Platine. Dabei gehen leider links und rechts je eine Leiterbahn verloren, die durch ein aufgelötetes Drahtstück ersetzt werden müssen.
Nach dem Zusammenbau verhindert die Platine ein Herausfallen der passgenau eingelassenen Aluminiumplatte. Diese muss daher nicht weiter befestigt werden.
Da die Stromaufnahme durch das Antriebsgestell entfällt, sollte das heckseitige Laufgestell mit Stromaufnehmer nachgerüstet werden. Die alleinige Schienenstromaufnahme über das mittlere Jacobsgestell ist - nicht zuletzt durch die fehlende Dauerkontaktsicherheit der Lima-Radsätze - für einen reibungslosen Betrieb zu wenig.
Das ganze ist - zugegeben - ein größeres Umbauunterfangen, wobei man hinterher allerdings mit einem Modell mit vorzüglichen Fahreigenschaften belohnt wird.
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Erblindung von Fensterflächen |
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Ein kaum lösbares Problem entsteht aktuell bei älteren Lima-Modellen. An einzelnen Wagenkästen fällt neuerdings eine Erblindung des gebogenen Seitenfensters am Wagenende auf - unabhängig von langzeitiger Fremdlichteinstrahlung (z.B. direktes Sonnenlicht).
Dies ist umso erstaunlicher, als bei diesen Fahrzeugen keine Modifikationen mit Klebeverbindungen vorgenommen wurden. Diese Art von Erblindung ist als Nebeneffekt bekannt im Rahmen von Fenstereinsätzen aus Polystyrol und Klebstoffen mit nachträglichen Ausdünstungen (z.B. Cyanidkleber). Hier ist dieses aber definitiv nicht der Fall und es ist auch nur das gebogene Seitenscheibenfenster betroffen. Alle weiteren (geraden) Fensterflächen des Modells weisen keinerlei Eintrübung auf. Noch erstaunlicher ist, daß dieser Effekt auch an beiden Wagenenden gleichzeitig auftritt.
Ein möglicher Erklärungsansatz könnte sein, daß bei der Herstellung des Wagenkastens aus dem klaren Kunststoff gerade im Bereich der Biegungen mechanischer Verzug des Grundmaterials aufgetreten ist (-> Kaltbiegung). Mit solchen weißlichen Verfärbungen äußert sich auch eine Biegung von PVC-Folienmaterial im Tiefziehverfahren mit hohem Materialverzug bei zu geringer Verarbeitungstemperatur.
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Passendes Austauschfahrwerk |
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Nach mehrjähriger Betriebsnutzung stellt sich ein neues Problem bei den Fahreigenschaften heraus: die Stromaufnahme von den Schienen lässt deutlich nach und ist mit einfacher Reinigung der Radflächen nicht mehr mittelfristig zu verbessern. Der Grund ist neben der grundsätzlichen Materialqualität der Radreifen die mittlerweile abgefahrene Beschichtung, so dass die Kontaktstellen sehr schnell oxidieren.
Das war nun der Anlass, eine akzeptable und dennoch einfache Lösung des Fahrwerkproblems für die optisch voll überzeugenden Modelle zu finden. Es entstand der Gedanke, aus den Fahrwerksteilen des im Original maßbaulich weitgehend identischen Bielefelder M8D-Modells von LH ein Tauschfahrwerk zusammenzustellen.
Die Fahrwerksböden des Bielefelder Modells passen für das Lima-M/N6-Modell in punkto Breite und Länge hervorragend. Mit einer Feile mussten die Bereiche für die eingelassenen Türbereiche des Wagenkastens seitlich etwas abgetragen werden, das war alles. Die Wagenkastenteile von Lima wurden von ihren originalen Rastnasen auf der Innenseite befreit und stattdessen flächig Auflagekanten unterhalb der Fensterlinie eingeklebt. Diese sind von außen nicht sichtbar. Gegen das Herausfallen kamen noch je zwei kleine Sperrprofile an der Unterseite zum Einsatz, so dass mit leichter Spreizung des Wagenkastens im Mittelbereich dieser nun ohne Werkzeug nach oben abnehmbar ist.
Das Gelenkportal sitzt in der Höhe exakt auf dem neuen Gestellkörper auf und kann entweder so direkt verklebt werden, oder mit am Portal angeklebten kleinen passenden Winkeln durch spreizen jederzeit abnehmbar eingerastet werden.
Die resultierenden Fahreigenschaften entsprechen den bekannten LH-Modellen. Mit der gewählten Doppelmotorisierung ist das jetzige Modell nicht nur tatsächlich fahrdynamisch seitensymmetrisch, sondern auch zugstark genug, um auch bisher kaum denkbare Streckenverläufe problemlos zu bewältigen.
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