Kompakte Stadtanlage in Spur N

  


Der mechanische Aufbau

 

Nachdem mit dem fertigen Transportkoffer die Grundmaße endgültig festgelegt sind, geht es mit dem eigentlichen Anlagenbau weiter. Grundmaterial sind zwei Halbanlagen in bewährter Sandwichbauweise mit einer Tragplatte aus 8mm dickem Sperrholz. Der Hohlraum darunter (14mm hoch) dient der späteren Verkabelung und zur mechanischen Aufnahme der versenkt einzubauenden Weichenantrieben. Mit der Entscheidung, diese sperrigen Antriebe Unterflur einzubauen, müssen die meisten Weichen elektrisch betrieben werden, damit das spätere Stellen auch wirklich möglich ist. Die beiden Halbanlagen werden sowohl in das Transportcase eingepaßt, als auch zusätzlich miteinander durch entsprechende Holzzapfen genau ausgerichtet. Die Übergänge werden rein mechanisch ausgeführt. Die elektrische Verbindung wird durch getrennte Zuleitungen ans Stellpult realisiert.

 

Basierend auf dem Thema "Stadtanlage" standen schon recht früh angesichts der Auswahl an Modellhäusern die gewünschten Hausmodelle fest. Die beste Planung ist am direkten Objekt, so daß diese Häuser erstmal zusammengebaut wurden und direkt zur Stellkontrolle vorhanden waren.

 

Wegen der beiden Halbanlagen und dem störungsfreien späteren Fahrbetrieb mußte die ursprüngliche Planung insofern überarbeitet werden, daß an den Trennstellen der beiden Platten möglichst wenige und nur rechtwinklige Gleisübergänge entstehen. Außerdem mußte ein neues Zugriffskonzept entwickelt werden, da wegen der späteren festen Halbschalen ein Notfallzugang in verdeckte Abschnitte - zumeist die versteckten Wendeschleifen - von der Seite kaum noch möglich sein werden. Angedacht sind für diesen Noteingriff nun abnehmbare Bereiche der oberen Ebenen.

 

 

Stellprobe der zusammengebauten Stadthäuser zur Ausgestaltung. Neben Originalgleisstücken - zum Beispiel des bereits fertigen doppelgleisigen Abzweigs in gedrungener straßenbahntypischer Ausdehnung - dienen Papierausdrucke der vorgesehenen Mindestgleisradien. Anstelle des stehenden Holzprtofils soll sich später an dieser Stelle als optischer Übergang zur höheren hinteren Vorstadtebene eine langgezogene Mauerarkade befinden.

 

 

Der rechte Anlagenbereich wird durchaus umfangreiche Gleisanlagen für einen möglichen abwechslungsreichen Betrieb erhalten. Kernstück neben dem kleinen Betriebshof soll ein Gleisdreieck mit durchgehender zweigleisiger Hauptstrecke werden, das Fahrten in allen Relationen ermöglichen soll. Hier sind durchaus Gleisbaufähigkeiten verlangt.


Nach Fertigstellung der Planung in Detailkorrekturen im Gleisplan ging es um die mechanische Ausführung der beiden Halbanlagen. Die durchgehend zweigleisige Hauptstrecke mit beidseitigen Endschleifen steigt im linken und hinteren Bereich der Anlage von der ebenen Grundfläche auf das obere Niveau an. Dieses ist 5cm höher als das Grundniveau angelegt und ergibt somit eine Unterfahrhöhevon 47mm für die verdeckten Gleisanlagen auf der unteren Ebene. Die Rampe hat eine Steigung von durchgehend 4% und wird von allen getesteten Modelltypen anstandslos hochgefahren.

 

Für Servicezwecke - und vor allem bei stehengebliebenen Fahrzeugen auf den verdeckten Gleisen - musste die obere Ebene abnehmbar konzipiert werden. War anfangs gedacht, eine Scharnierlösung anzuwenden, entstand stattdessen die Lösung mit Magnetverschlüssen aus dem Möbelbereich. Zusammen mit den senkrechten Holzprofilen und den daran angeschraubten Magneten und den Stahlplättchen auf kleinen Holzklötzchen unterhalb der oberen Deckplatten angeschraubt ist eine sichere Befestigung mit sicherer seitlicher Führung entstanden. Selbst die berührungsfrei aneinanderstoßenden Gleisprofile können ohne zusätzliche Ausrichtungsmaßnahmen sicher befahren werden. Das gilt sogar für die beiden schräg verlaufenden Gleise, deren Schienenprofile allerdings jeweils gerade und nicht dem Winkel entsprechend schräg abgelängt wurden.

 

 

Gleisplanübersicht der sichtbaren Bereiche nach der Schienenmontage. Alle Weichenantriebe werden unterflur montiert. Da die meisten Weichen in den Längen wegen dem geringeren Gleisabstand bzw. der Längenausdehnung im Vorfeld des Betriebshofes gekürzt werden mußten, würden die Antriebe in vielen Fällen gar nicht mehr oben zu montieren sein.

 

 

Die beiden oberen Ebenenplatten sind abgenommen. Es werden sowohl die verdeckten Gleisschleifen, als auch die Magnethalter an den senkrechten Abstandsprofilen sichtbar. Die Rampe ist fest auf die untere Ebene verleimt..

 

 

Zweite Stellprobe  der innerstädtischen Häuser, jetzt in ihrer endgültigen Lage zusammen mit dem Gleisverlauf. Die Modelle dienten in diesem Moment der Kontrolle von Gleislage und Kurvengängigkeit. Speziell die mittig in der Häuserschlucht verlaufende Strecke weist den thematisch möglichen und optisch reizvollen Minimalgleisabstand auf. Elektrisch enden alle bereits angelöteten Fahrstromkabel mit insgesamt 40 (!) Gleisabschnitten noch lose im Verdrahtungshohlkörper der Grundplatte.

 

 

Rechte vordere Anlagenseite mit dem Gleisdreieck der eingleisigen Altstadtstrecke und dem danebenliegenden Betriebshof. Optisch sollen die unterschiedlichen Themenbereiche durch eine geeignete Grüngestaltung getrennt werden, auch das Gleisdreieck soll später innerhalb einer kleinen Grünanlage sein.